DSDS: Die Revolution vor dem Bremer Rathaus
Lesefaul? Diesen Beitrag gibt es auch zum anhören:
Link: MP3
Ein großes Unheil naht: Jens Böhrnsen, seines Zeichens Bürgermeister meiner geliebten Heimat- und Hansestadt Bremen, verbietete nun Dieter Bohlen und seinem Gefolge, Castings für “Deutschland sucht den Superstar” im Bremer Rathaus zu veranstalten: “Die Kandidatinnen und Kandidaten werden bei der Sendung vor einem Millionenpublikum mit Häme, Spott und Beleidigungen überzogen und lächerlich gemacht”, sagte der Sozialdemokrat. Nun wird in diversen Medien darüber berichtet.
Der oft zitierte “Konter” Bohlens, der selbstverständlich auf Bild.de veröffentlicht wurde, ist eine klare Ansage Bohlens gegenüber der großintellektuellen Minderheit in Deutschland: “Ich finde es sehr seltsam, wenn Politiker glauben, sie könnten ihren Wählern sagen, was sie gut und schlecht finden sollen. Bei uns kommen die Leute freiwillig, weil sie Spaß an der Sendung haben. Diesen Spaß hat der Bürgermeister den Bremern jetzt genommen.”
Es ist Bohlen wohl nicht bewusst, was er mit dieser Aussage einleitet. Eine eiskalte Revolution. Blutig. Schmierig. Und voller schrecklicher Ideen. So, wie das Fernsehprogramm von RTL ohnehin schon ist. Wir, die wenigen Kämpfer, die wie immer gehofft haben: “Ja, es gibt noch solche Dinge wie Niveau oder Gerechtigkeit”, wir werden vernichtet.
Ich sehe schon hunderte Hauptschüler, Arbeitslose und/oder Modern Talking Fans um den Bremer Roland herum stehen die voller Inbrunst brüllen: “Hängt ihn auf!”, “Nieder der Oberschicht” oder einfach nur: “Halte du doch der Fresse, die Arschkopf, du.”
Ich sehe Menschen, die gerade vielleicht 14 Jahre alt sind. Auch jüngere und wesentlich ältere sind dabei. Ganze Familien, die in diesen Tagen das erste Mal was anderes unternehmen, statt zusammen Fernsehen zu schauen. Sie haben T-Shirts am schwitzigen Körper kleben, auf denen “Diedder” steht, und lieben es, sich von der männlichen Oberdomina der modernen Jugendkultur im Glitzeranzug kräftig den ohnehin leeren Kopf einschlagen zu lassen.
Ich sehe achtjährige Mädchen die sich vor dem Rathaus anzünden, weil ihre Eltern Sie nach dem verlorenen “Germanys next Topmodel” Casting zuhause rausgeschmissen haben - Und nach dem nicht-stattfinden von DSDS in Bremen nun gar keine Einzige Möglichkeit besteht, irgendwie noch Fernsehvakuum zu werden.
Diese Menschen werden den netten Jens abwählen. Egal, ob es die anderen wollen oder nicht. Es wird etwas wie eine Diktatur geben. Ja! Bohlen als Bürgermeister von Bremen! Und er wird einiges ändern. Schulen werden abgeschaft, RTL wird der einzige Sender sein, der in Bremen empfangbar ist. Es wird eine menschenverachtende Zeit werden. Der “Weser Kurier” wird eingestellt - Die “BILD Bremen” übernimmt das Ruder. Der Chefredakteur der Lokalausgabe wird Bremer Propagandaminister und kontrolliert, dass immer etwas über die “Neue singende dumme Arbeiterpartei” berichtet wird.
Der Roland bekommt eine Gitarre umgehängt, die “Unser lieben Frauen Kirche” wird Bohlens neues Museum für seine verlassenen Frauen. Später zieht er selbst dort ein, weil es so schön Einbruchssicher ist. Slles intelligente, was Bremen noch hat, wird abgeschafft: Das Space-Park-Areal. Die 1-Euro-Shops in der Obernstraße. Bremen-Walle. Auch alles musikalisch Schöne wird vernichtet. Denn der, der über viele Jugendliche urteilt, kann selber, wir dürfen es nicht vergessen, musikalisch rein gar nichts, außer in hoher Stimmlage singen und überbewertete Popsongs schreiben. Das bekommt auch ein Penner hin, dem aufgrund seiner kranken Einstellung gegenüber Sex mit Frauen schon einige Male in die Nüsse getreten wurde.
Doch ein Lichtblick bleibt: Die Bremer Stadtmusikanten - Sie bleiben. Denn ein Hahn, eine Katze, ein Hund und ein Esel singen genauso gut wie Bohlen selbst. Und das gefällt.
Am 2. Juli 2008 um 11:01 Uhr
meine meinung zu diesem beitrag
allen menschen zum trotz
dieter ist an protz
aber
er hat es geschafft,
ohne von dem staat zu leben
finanziell könnte er viel geben.
er hat es nicht nur im kopf
er hat auch immer einen vollen topf.
da müssen andere erst mal bringen
und nicht nur schlechte kritiken singen.