Daniel Philip Schuster
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Trotz Friedensnobelpreis: Al Gore will kein Präsident werden.

Was für eine Meldung! Al Gore, der wohl bekannteste Umweltschützer auf unserem Planeten bekommt Lob von höchster Ebene, wird “Weltehrenbürger”, hat jetzt also den Planeten auf seiner Seite und will - achtung, aufgepasst: Nicht Präsident der USA werden. Ha! Ha!

Wahnsinn. Für mich ist das die politisch schönste Nachricht dieses Jahres! Der Mann, der damals gegen Bush verloren hat, sagt nein zum wichtigsten Amt dieses Planeten - obwohl er die besten Chancen hätte, gewinnen zu können. Ihm würden die Türen offen stehen, es wäre das politische Highlight der modernen amerikanischen Politgeschichte. Aber Al sagt “No!” (In deutscher Übersetzung: “Nö.”). Er will nicht.

Das muss heißen: Al meint, er würde mehr erreichen, wenn er nicht der nächste Präsident wird. Ist das nicht großartig? Ist das nicht sensationell? Diese Aussage hinter seiner Absage? Er würde mehr auf dieser Welt bewegen, wenn er dieses poltische Amt nicht bekleiden wird. Das ist eine Nachricht an jeden Menschen, der auf dieser Erde lebt.

Ist es inzwischen peinlich, Präsident von Amerika zu sein? Oder irgendwie verwerflich? Dann wäre das Amt des “Mächtigsten Landes der Welt” ja, pardon, eigentlich für’n Arsch.

Kurz nachgedacht: Als amerikanischer Präsident hat man derzeit weder ein gutes Bild bei der heimischen Bevölkerung, noch kann man großartig Politik machen, da es viel zu viele Faktoren gibt, die einem im Weg stehen. Als amerikanischer Präsident wird einem Betrug vorgeworfen, Dämlichkeit, Inkompetenz. Man muss ABC-Bomben erfinden, die es nicht gibt und Terroristen finden, die nie da sind, wo man sie vermutet. Als amerikanischer Präsident ist man Verantwortlich für alles, was in dem eigenen Land passiert. Man ist verantwortlich für Paris Hilton, Parteiversierte Fernsehsender und Arnold Schwarzenegger. Das kann sehr hart sein. Und es irgendwie auch doof. Zusammenfassend ist das Amt des Präsidenten also das Schlechteste, was einem derzeit auf diesem Planeten passieren kann.

Wenn dieses Amt also tatsächlich so schlecht ist, und in der amerikanischen Politik so viel falsch läuft, dass ein Mann außerhalb des weißen Hauses öffentlich andeutet mehr erreichen zu können als der Präsident der USA… Wahnsinn. Das gab es seit Bill Gates nicht mehr in Amerika! (Paris Hilton schließe ich bewusst aus dieser Formulierung aus.)

Dann bräuchte man also dringend jemanden, der etwas ändert. Der etwas bewegt. Die Politik reformiert. Einen Kämper. Einen Al Gore! Ja! Der Mann, der mich dazu gebracht hat auch mal das Licht auszulassen, wenn ein Einbrecher in meine Wohnung kommt. Der mich dazu gebracht hat, die Heizung im Sommer nicht auf fünf zu stellen, nur um mich draussen bei 30 Grad im Schatten abkühlen zu können. Dessen Vortrag ich mit großer Spannung verfolgt habe. Dieser Mann wird vom politischen Amerika ganz dringend gebraucht. Und er will nicht.

Meiner bescheidenen Meinung nach ist das definitiv die größte Ohrfeige der amerikanischen Geschichte. Bravo!

2 Reaktionen zu “Trotz Friedensnobelpreis: Al Gore will kein Präsident werden.”

  1. Karl Schuster
    Am 17. Oktober 2007 um 14:25 Uhr

    nicht unflott, anstatt “vorwurfsvoll” besser verwerflich. papa

    Nachtrag vom 17. Oktober 2007: Geändert. Danke liebster Vater! ;)

  2. Anni Liebich
    Am 18. Oktober 2007 um 10:16 Uhr

    Vielen Dank dafür, das musste schon lange mal gesagt werden, und ja, es ist total peinlich, Präsident von Amerika zu sein…zumindest schaffen es dahin nur Versager..

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